2008 Okinawa

 

OKINAWA 2008
Vier Nordhäuser auf Okinawa

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Endlich! – Nachdem die letzte Trainingsreise nach Okinawa bereits 2005 stattfand, hatte Frank Pelny nun das Heft in die Hand genommen und für eine zehnköpfige Gruppe von Kobudô-Sportlern vom 16.-28. Juli 2008 eine Trainings- und Erkundungsreise nach Okinawa organisiert, von denen allein sechs Teilnehmer aus Thüringen kamen, von denen wiederum vier Nordhäuser aus der Übungsgruppe Kobudô waren: Frank Pelny, Matthias Junkherr, Doreen Schilling und Viktor Vollmer.

Hauptziel der Reise war natürlich das Training bei Kobudô-Großmeister Tamayose Hidemi (9. Dan, Hanshi), dem Stiloberhaupt des Ryûkyû Kobudô Tesshinkan Kyôkai. Bei mindestens 32 Grad im Schatten wurde täglich mehrere Stunden im Dôjô, am Strand und auf dem Hoteldach mit Bô (Langstock), Tekkô (Schlagring), Nunchaku (Doppelschwungholz), Sai (Metalldreizack), Tunfa (Schlagholz) und Tinbê & Rôchin (Schild & Dolch) trainiert. So waren fünf Liter Trinken am Tag keine Seltenheit.
Abschließend stellten sich fünf Sportler sehr erfolgreich einer Prüfung: Sebastian Edelmann (3. Dan, Halle), Matthias Junkherr (2. Dan, NDH), Andrea Bernhardt (2. Dan, Wetzlar), Stefanie Grzeja (1. Dan, Halle) und Pierre Lorenz (1. Dan, Ilmenau). Tamayose sensei und auch Ihr Trainer, Frank Pelny, der ebenfalls mit in der Prüfungskommission saß, äußerten sich anschließend sehr positiv über die gezeigten Leistungen. Auch die Prüflinge waren zufrieden, schließlich ist eine Dan-Prüfung direkt im Ursprungsland schon ein ganz besonderer Höhepunkt.

Doch auch das Erkunden der Insel Okinawa unter touristischen und kampfkunstgeschichtlichen Aspekten kam nicht zu kurz. Die Burg Shuri mit dem berühmten Shurei-no-mon, das Königsmausoleum Tama-Udun, die Halle der Kampfkünste (Budôkan), Parks und Gärten, Schreine und Tempel, das Meeresaquarium in Motobu, eine Teezeremonie und nicht zuletzt das Karate-Museum und der Gedenkstein für Funakoshi Gichin wurden besucht. Trotzdem blieb auch noch ausreichend Zeit zum Baden und Einkaufen. Speziell im Szene-Laden Shureido wird man sich wohl händereibend an die crazy Germans erinnern und sein Umsatzplus erheblich gesteigert haben.

Ein weiteres Highlight war das zufällig zeitgleich stattfindende 120. Geburtstagsjubiläum des Goju-Ryû Stilbegründers Miyagi Chojun, das im Budôkan stattfand. 3.000 Goju-Ryû Karateka aus der ganzen Welt waren zu diesem Budô-Sai angereist. Unsere Gruppe ließ es sich nicht entgehen, sich die große Gala anzuschauen.

Erwähnenswert ist weiterhin die Teilnahme von Frank Pelny, dem Technischen Direktor für Tesshinkan Kobudô für Europa, und Sebastian Edelmann, an einer Kampfrichterschulung des Okinawa Ken Kobudô Renmei. Es war sehr wohltuend zu erleben, welche Achtung die vielen anwesenden 10. Dan Inhaber den Leistungen der deutschen Sportler entgegenbringen. Thema der Schulung war der Wettkampf mit Bô. Es war sehr interessant, unterschiedliche Konzepte für Wettkampf-Stöcke zu sehen. Die Wettkampfrichtlinien entsprechen weitestgehend denen vom Karate Shiai bekannten.

Als der Abreisetag gekommen war, konnten wir es gar nicht glauben, dass die Zeit schon wieder rum war. Eine unheimlich harmonische, lehrreiche und trotzdem erholsame und schöne Zeit ging zu Ende. Die Präfektur Okinawa plant für 2009 wieder eine Karatedô & Kobudô World Tournament. Sollte diese stattfinden, ist jetz schon klar: Wir sind dabei!

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Tee-Zeremonie (Buku-buku)
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Vor dem Gedenkstein für Funakoshi Gichin
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In der Königsburg Shuri-Jo
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Im chinesischen Garten Fukushu-En
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Abendbrot bei Tamayose sensei
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Prüfungen bestanden!


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